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Wie kann man sich als Land:ärztin niederlassen?

von Nikolas Kindler am 02.03.2021 in Landarzt sein informiert

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Hat man einmal den Entschluss gefasst, sich als Arzt oder Ärztin niederzulassen, hat man einige Optionen. In diesem Blogbeitrag möchten wir kurz beantworten: Welche Niederlassungsformen gibt es grundsätzlich, wie unterscheiden die sich voneinander und vor allen Dingen, wie kann man sich als Land:ärztin niederlassen?

Dies ist nur ein Überblick. Für einen detaillierten Einblick möchten wir auf das hervorragende Onlineangebote „Lass dich nieder“ der KBV verweisen, auf der alle Informationen zur Niederlassung zu finden sind.

Wie kann man sich als Landärzt:in niederlassen?

Grundsätzlich unterscheidet sich die Niederlassung als Landärzt:in nicht von der Niederlassung in der Stadt. Es gibt in Deutschland vier Versorgungsebenen mit Planungsbereichen. Diese enthalten Niederlassungssitze für die insgesamt 23 Arztgruppen. Ein Niederlassungssitz ist die Voraussetzung für eine Niederlassung. Allerdings benötigt man nicht für alle Niederlassungsformen einen vollständigen Niederlassungssitz. Welche Niederlassungsformen gibt es grundsätzlich?

  1. Einzelpraxis
  2. Praxisgemeinschaft
  3. Gemeinschaftspraxis
  4. Teilzulassung
  5. Anstellung
  6. Job Sharing

Einzelpraxis

Die Einzelpraxis ist die klassische Niederlassungsform. Eine Ärzt:in betreibt seine/ihre Praxis alleine. Sie erlaubt die Erfüllung persönlicher Vorstellungen in organisatorischer und medizinischer Hinsicht mit einem eigenen Patientenstamm. Diese Vorteile kommen natürlich mit hohen Anfangsinvestitionen, laufenden Kosten und einer sehr steilen Lernkurve.

Praxisgemeinschaft

Wenn sich mehrere Einzelpraxen bestimmte Ressourcen teilen, spricht man von einer Praxisgemeinschaft. Hier arbeiten mehrere Ärzt:innen gleicher oder verschiedener Fachrichtungen mit getrenntem Patientenstamm und getrennter Abrechnung medizinisch und wirtschaftlich eigenständig. Im Gegensatz zur Einzelpraxis werden allerdings bestimmte Ressourcen geteilt – Praxisräume, Fachpersonal, technische Einrichtungen oder medizinische Geräte. Eine solche Praxisgemeinschaft muss nicht angemeldet werden.

Gemeinschaftspraxis

Eine Gemeinschaftspraxis ist eine engere Kooperation zwischen Ärzten. Sie betreut den gleichen Patientenstamm und nimmt eine gemeinsame Abrechnung vor. Auch Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) genannt, teilen sich die Ärzt:innen hier nicht nur die Ressourcen, sondern bilden eine wirtschaftliche und organisatorische Einheit mit dem gleichen Patientenstamm und gemeinsamer Abrechnung. Die medizinische Betreuung erfolgt allerdings unabhängig voneinander. BAGs können auch überörtlich, also an zwei oder mehr Standorten, existieren. Übrigens haben wir aktuell eine Gemeinschaftspraxis, die eine/n Nachfolger:in sucht.

Teilzulassung

Bei der Teilzulassung hat man nur die Hälfte der Pflichtstundenzahl. Die restliche Zeit ist dann Freizeit. Die kann man bspw. für andere Projekte, eine Anstellung im Krankenhaus oder für Familie und Hobbies nutzen.

Anstellung

Die Selbstständigkeit ist keine Pflicht bei der Niederlassung. Denkbar ist auch eine Anstellung in einer Praxis oder einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ). Natürlich bedeutet die Anstellung im MVZ keine Unabhängigkeit, allerdings muss man auch kein Geld investieren, bekommt ein regelmäßiges, wenn auch wahrscheinlich niedrigeres, Gehalt und hat auch andere Vorteile, die eine Anstellung mit sich bringen, wie Urlaubstage, Mutterschutz und Elternzeit. Auch in Anstellung in einem MVZ kann man Landarzt sein. Beispielsweise hier.

Job Sharing

Es ist auch möglich, ähnlich der Teilzulassung, sich mit einem/r Ärzt:in der gleichen Fachrichtung eine Zulassung zu teilen und Arbeitszeit und -aufkommen zu verteilen. Natürlich heißt das auch geteiltes Einkommen – eine Voraussetzung ist, dass sich die geleistete Arbeit nicht wesentlich (>3%) erhöht. Es ist sowohl möglich diese Form in einer BAG oder in Anstellung zu machen, daher unterscheidet sich der Grad der jeweiligen Freiheiten je nachdem.

Wie kann man sich als Land:ärztin niederlassen: Quellen und weiterführende Informationen

  • Schritte in die Niederlassung – Bedarfsplanung (Lass dich Nieder) Link
  • Übersicht über die Niederlassungsoptionen (Lass dich Nieder) Link
  • Berufsausübungsgemeinschaften (BAG) (KBV) Link
  • Jobsharing (KBV) Link

Photo by Raquel Pedrotti on Unsplash

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