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Wie lange machen Sie denn eigentlich noch? Planung der Praxisübergabe

von Nikolas Kindler am 07.04.2021 in Allgemein

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Die erfolgreiche Planung der Praxisübergabe ist kompliziert. “Wie lange machen Sie denn eigentlich noch?” – Eine Frage, die alteingesessene Ärztinnen und Ärzte oftmals nicht gerne – oder nur sehr ungenau – beantworten.

Einerseits umgibt das Thema Praxisauf- bzw. -übergabe auch heute noch ein gewisses Tabu. Andererseits gibt es nicht wenige Ärzte, die auch im Rentenalter noch weiterarbeiten möchten und damit potenzielle Bewerber:innen abschrecken. Selbst unter Praxispartnern ist es manchmal nicht klar, wie lange der oder die Andere noch genau arbeitet.

Dieses Hadern kann eine Praxisübernahme erschweren und stellt Gemeinden in ländlichen Gebieten stellenweise vor unlösbare Aufgaben. Wir möchten deshalb dazu aufrufen, das Thema Praxisabgabe offener zu kommunizieren.

Wie lange machen Sie denn noch?

Jede Ärztin und jeder Arzt, der fest damit plant, dass die eigene Praxis an ein:e Nachfolger:in weitergegeben werden soll, sollte sich möglichst früh darum kümmern. Das eigentliche Ausschreibungsverfahren sollte erst dann in Angriff genommen werden, wenn die Voraussetzungen für die Übertragung gegeben sind. Unternehmensberater Volker Naumann erklärt im Ärzteblatt [1] „Wenn sich beide Seiten darüber nicht im Klaren sind und dies untereinander nicht abgestimmt haben, braucht ein Ausschreibungsverfahren gar nicht erst beantragt werden – es hat dann keine Aussicht auf Erfolg.”

Dieses Einigen bezieht sich nicht nur auf die oftmals komplizierte Verhandlung einer Abschlagssumme sondern eben auch auf den Übergabezeitpunkt und die Art des Übergangs. Gibt es eine Phase in der sich der Sitz geteilt wird, beispielsweise mit Job-Sharing? Soll der/die Nachfolger:in erst einmal als Angestellte/r arbeiten? Soll ggf. sogar zunächst die Facharztausbildung in der Praxis erfolgen?

Hier kommen viele Faktoren zusammen, die für jede Situation individuell abgewogen werden sollten. Da nun aber gerade Landärzte oft nicht viele Bewerber:innen haben, sollten diese Punkte möglichst bereits vor den ersten Gesprächen geklärt sein und offen kommuniziert werden.

Planung der Praxisübergabe: Wie lange vorher ist lang genug?

Grundsätzlich sollte etwa fünf Jahre vor der geplanten Übergabe mit den Vorbereitungen begonnen werden. Nur den Wunsch zu hegen, die Praxis irgendwann einmal abzugeben reicht nicht aus. [2] Je nachdem, wie die Situation es hergibt, hilft es auch früher zu starten, beispielsweise, wenn nicht viele Nachfolger:innen erwartet werden.

Wir bieten genau dafür die richtige Plattform: Wir versuchen Nachfolger:innen und Ärzte schon möglichst früh miteinander zu verbinden, gerne auch 5-10 Jahre vor der geplanten Übergabe. Dieses Vorgehen bietet viel Zeit, um sich kennenzulernen und die Ziele abzustecken. So kann ein für alle Beteiligten guter und reibungsloser Übergang geschaffen werden. [3]

Je besser man als abgebender Arzt/Ärztin seine Wünsche kennt und auch kommuniziert, desto besser funktioniert unser Matchingverfahren, bei dem wir jungen Ärzt:innen, die sich vorstellen können Landarzt oder Landärztin zu werden, passende Praxen vorzuschlagen. Probieren Sie es aus:

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Quellen und Verweise

  • [1] Ärzteblatt: Praxisübergabe: Sorgfältige Planung ist das A und O Link
  • [2] Praxis Freiberufler Beratung: Die vier Phasen der Praxisübergabe Link
  • [3] Lass Dich Nieder: Der schönste Beruf der Welt Link

 

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