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Was verdient ein Landarzt oder eine Landärztin?

von Nikolas Kindler am 31.08.2021 in Niederlassung

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Noch immer hält sich das hartnäckige Gerücht, dass Ärztinnen und Ärzte auf dem Land weniger verdienen als Ihre Kolleg:innen in der Stadt. Das lässt sich aber grundsätzlich so nicht bestätigen. Es verhält sich laut Zentralinstitut für kassenärztliche Versorgung eher gegenteilig. Aber was verdient ein Landarzt oder eine Landärztin überhaupt?

Was verdient ein Landarzt bzw. eine Landärztin?

Der Reinertrag eines niedergelassenen Haus- und Facharzt liegt laut Statistischem Bundesamt (2017) bei 200.000 €. Grundsätzlich hängt der Reinertrag stark von der Fachrichtung und damit einhergehend auch der behandelten Indikationen und abzurechnenden GOÄ-Abrechnungsziffern sowie der Anzahl der Patient:innen ab.

Reinerträge liegen laut Statistischem Bundesamt (2017) zwischen 180.000 € (Psychotherapie) und bis zu 850.000 € (Radiologie). Wichtig dabei zu verstehen ist, dass der Reinertrag nicht mit dem Gewinn der Praxis gleichzusetzen ist und schon gar nicht mit dem Geld, das am Ende auf dem eigenen Konto ankommt. Abzuziehen sind beispielsweise Investitionen und Versicherungen aber natürlich auch Steuern und Abgaben. In einer psychotherapeutischen Praxis sind weniger Apparate und Anlagen zu finden als in einer radiologischen Praxis. Eine Behandlung mit einem teuren Apparat (bspw. MRT) verursacht aber auch wesentlich höhere Kosten (Investition, Betrieb, Versicherung, Wartung etc.) und wird aus diesem Grund auch höher vergütet.

Neben dem Statistischen Bundesamt gibt auch der quartalsmäßig erscheinendende Honorarbericht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) einen guten Überblick über die Verdienstmöglichkeiten in den jeweiligen Fachrichtungen und Bundesländern.

Was bedeutet das nun? Am ehesten rechnen könnte man laut der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) mit einem Nettobetrag von etwa 84.000 – 108.000 € der am Ende übrig bleibt. Da man als Ärztin oder Arzt in der Niederlassung aber auch immer gleichzeitig Unternehmer:in ist, lassen sich keine genaueren Angaben machen.

Hausärzt:innen auf dem Land verdienen mehr pro Stunde und arbeiten mehr

Als Hausärztin oder Hausarzt auf dem Land verdient man häufig mehr im Vergleich zur Stadt. Zu dieser Aussage kam das Zentralinstitut der KVen (ZI) im Jahr  2018. In der Auswertung des ZI-Praxis-Panels (ZiPP) werden jährlich die Daten von rund 5.000 Arztpraxen erhoben. Dieser ergab einen durchschnittlichen Brottoverdienst vor Steuern und Abgaben von 177.900 € / Jahr auf dem Land gegenüber 152.600 € in der Stadt. Ein Unterschied von 16,6 %.

Das ZI identifizierte dafür vor allen Dingen folgende Gründe:

– Die Praxen auf dem Land behandeln mehr Patienten

– Ärztinnen und Ärzte auf dem Land arbeiten rund zwei Stunden mehr pro Woche

– Pro Stunde verdienen Ärztinnen und Ärzte etwa 7,71 € (12 %) mehr als ihre Kolleg:innen in der Stadt

Niederlassung auf dem Land – ja oder nein?

Das ist, wie immer alles eine Typfrage. Wir haben aber ein paar Artikel geschrieben, die Euch ggf. helfen können. Wir haben bspw. hier erörtert, ob und wie attraktiv die Niederlassung heute noch ist und was das Leben als Landärztin bzw. Landarzt ausmacht. Unser offenes und ehrliches Interview mit einer gebürtigen Städterin, die sich auf dem Land niedergelassen hat, findet ihr hier.

Was verdient ein Landarzt: Quellen und weiterführende Informationen

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