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Landarzt werden – wie wird man Landärztin oder Landarzt

von Nikolas Kindler am 15.02.2022 in Allgemein

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Landarzt werden. Das klingt nach einem klaren Ziel. Aber wie wird man denn eigentlich Landärztin bzw. Landarzt? In diesem Beitrag versuchen wir einen Überblick zu geben.

Wie attraktiv ist die Niederlassung heute?

Wie attraktiv ist die Niederlassung denn überhaupt heute noch? Wir haben uns in diesem Blogbeitrag verschiedene Studien angeschaut und kommen zu dem Ergebnis: der Hausarztberuf ist überhaupt nicht unattraktiv.

Trotz der dort geschilderten negativen Faktoren bewerten Studierende unter anderem die vielen unterschiedlichen Patientenkontakte, die langjährige Beziehung zu den Patienten inklusive der Begleitung ganzer Familien über Generationen, die Sicherheit des Arbeitsplatzes gepaart mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die vielfältige Bandbreite der zu behandelnden Krankheiten als Faktoren, die für die Attraktivität des Hausarztberufes sprechen.

Durch persönliche Gespräche mit einigen niedergelassenen Hausärzten hat sich gezeigt, dass auch die personellen Faktoren wie dauerhafte Erreichbarkeit und Bereitschaftsdienstbelastung in den letzten Jahren deutlich abgenommen hat. Dies wird in der Regel durch einen den zentralen Ärztlichen Bereitschaftsdienst (ÄBD) übernommen. Hier müssen Hausarztpraxen zwar grundsätzlich Dienste stellen, können diese aber auch abgeben.

Landarzt werden – Wo lasse ich mich nieder?

Mit der Entscheidung für die Niederlassung entscheidet man sich nicht nur für einen Beruf, sondern auch für ein Leben. Der wesentlich wichtigere Faktor, der in die Entscheidung für eine Niederlassung hineinspielen wird, ist aus unserer Sicht eben genau das: „Wo“(-rauf) lasse ich mich überhaupt ein? Die wenigsten Interessenten werden so genau wissen, wo sie sich eigentlich niederlassen wollen und Deutschland bietet abseits der bekannten Metropolen eine Fülle an überaus attraktiven Wohnorten. Wir sind der Meinung, dass dies das Leben als Landarzt zu einem ungemeinen Gewinn in der persönlichen Entwicklung machen kann.

Hier helfen wir Interessent:innen mit unserem Angebot: Wir bewerben keine einzelne Praxis, sondern kombinieren sie mit ihrer Umgebung und geben so Einblick in ein attraktives Gesamtkonzept des Lebens als Landarzt. Wer ein fachlich interessantes Praxisangebot gefunden hat, kann sich direkt ein Bild davon machen, was ihn vor Ort erwarten wird. Durch viele Daten können wir die Angebote nach den Faktoren durchsuchen, die Interessent:innen bei uns im Matching angeben.

Welche Niederlassungsform als Landarzt?

Hat man einmal den Entschluss gefasst, wo bzw. in welcher Praxis man sich als Arzt oder Ärztin niederzulassen, hat man einige Optionen.

Grundsätzlich unterscheidet sich die Niederlassung als Landärzt:in nicht von der Niederlassung in der Stadt. Es gibt in Deutschland vier Versorgungsebenen mit Planungsbereichen. Diese enthalten Niederlassungssitze für die insgesamt 23 Arztgruppen. Ein Niederlassungssitz ist die Voraussetzung für eine Niederlassung. Allerdings benötigt man nicht für alle Niederlassungsformen einen vollständigen Niederlassungssitz. Welche Niederlassungsformen gibt es grundsätzlich?

  1. Einzelpraxis
  2. Praxisgemeinschaft
  3. Gemeinschaftspraxis
  4. Teilzulassung
  5. Anstellung
  6. Job Sharing

Mehr Informationen zu den verschiedenen Niederlassungsformen gibt es hier.

Wie übernimmt man eine Praxis?

Hat man ein passendes Angebot in einer passenden Gemeinde gefunden, wie geht es dann weiter? Der erste Schritt ist der einfachste, gleichzeitig aber auch der wichtigste: Anrufen. Oder eine E-Mail schreiben. Auf unserer Seite, aber auch auf allen anderen Praxisbörsen, die es so gibt, stehen die Kontaktdaten. Wenn ein:e MFA oder ein:e sonstige Mitarbeiter:in an das Telefon geht, fragt nach dem Ansprechpartner. Falls diese:r nicht da ist, hinterlasst Eure Telefonnummer und/oder E-Mail-Adresse mit dem Anlass Eures Anrufs: Ihr interessiert Euch für die Praxis.

Viele LandärztInnen haben die Nachfolger:innensuche längst abgeschrieben. Ein solcher Anruf wird also niemals als Belästigung oder Störung empfunden werden. Sicher gibt es Notfälle und andere Zeitpunkte, an denen es einfach nicht geht. Aber wir würden unsere Hand dafür ins Feuer legen, dass quasi jede/r Ärztin oder Arzt noch am selben Tag, spätestens in der selben Woche zurückruft oder eine Mail schreibt.

Nach der ersten Kontaktaufnahme kommt dann das erste richtige Gespräch. Hier sollten alle Fakten auf den Tisch:

  • Ab wann kann ich anfangen?
  • Möchte ich die Praxis direkt übernehmen oder zunächst als Angestellte/r oder im Job-Sharing arbeiten?
  • Welche Bedingungen habe ich an die Praxis?

Gleiches dürft Ihr auch von Eurem Verhandlungspartner verlangen. Die wichtigste Information ist, wann der/diejenige aufhören möchte und ob es einen harten Cut geben soll oder nicht. Leider gibt es hier oft Probleme, da zwar NachfolgerInnen gesucht werden, aber über die Zeit „danach“ nicht genug nachgedacht wird.

Wenn nach den ersten Gesprächen und der ersten Besichtigung der Praxisräume alles klar ist, geht es in die konkreten Verhandlungenen. Spätestens ab diesem Zeitpunkt sollte man sich Hilfe organisieren.

Fördermittel als Argument für die Niederlassung auf dem Land

Für die Niederlassung gibt es bares Geld, Unterstützung und andere Benefits. In einigen Gemeinden werden Immobilien zur Verfügung gestellt oder man erhält Zugriff auf günstiges Bauland. KVen stellen hohe Geldbeträge für die Niederlassung in bestimmten Gebieten zur Verfügung.

Das Angebot an Fördermitteln und Förderprojekten ist riesig und unüberschaubar. Nahezu auf jeder politischen Ebene werden inzwischen solche Angebote formuliert. Das ist großartig, birgt aber das Risiko, dass man sich als Interessent:in in einem Dschungel an Förderwebseiten, Ansprechpartnern und Fördermethoden verliert. Wir haben nicht den Anspruch, jedes einzelne Förderangebot für die Niederlassung zu recherchieren, aber wir geben den Gemeinden und den Landkreisen Platz, um ihre ganz persönlichen Angebote zu vermitteln. Darüber hinaus sammeln wir alle Fördermöglichkeiten auf Länderebene, die sich ebenfalls teils erheblich voneinander unterscheiden.

Niederlassung auf dem Land – ja oder nein?

Das ist, wie immer alles eine Typfrage. Wir haben aber ein paar Artikel geschrieben, die Euch ggf. helfen können. Wir haben bspw. hier erörtert, ob und wie attraktiv die Niederlassung heute noch ist und was das Leben als Landärztin bzw. Landarzt ausmacht. Unser offenes und ehrliches Interview mit einer gebürtigen Städterin, die sich auf dem Land niedergelassen hat, findet ihr hier.

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